Lange Warteschlangen oder enge Sitzreihen sind häufige Stör- und Stressfaktoren auf Geschäftsreisen. Viele Airlines bieten hier gegen einen kleinen Aufpreis Abhilfe. Was Airlines damit verdienen und welche Zusatzleistungen zu den beliebtesten auf Geschäftsreise zählen, haben wir Ihnen kurz zusammengestellt.

Geschäft mit Zusatzleistungen floriert

Die Einnahmen aus dem Geschäft mit Zusatzleistungen werden für Airlines immer wichtiger. Zu diesen Nebeneinnahmen gehören unter anderem die Gebühren für zusätzliche Gepäckstücke oder der Verkauf von Waren wie Schmuck und Parfum an Bord. Für Billigairlines sind diese Nebeneinkünfte sogar überlebenswichtig und machen einen großen Teil des Umsatzes aus. So erwirtschaftete Ryanair im Jahr 2016 fast zwei Milliarden US-Dollar mit Zusatzleistungen, was mehr als einem Viertel des gesamten Umsatzes entsprach.

Ergebnisse aus der aktuellen Studie Business Travel 2018

Welche Zusatzleistungen Geschäftsreisenden besonders wichtig sind, zeigt die aktuelle Studie „Business Travel 2018“ des Deutschen Reiseverbands (DRV). Demnach würde mehr als die Hälfte (56 Prozent) der befragten Geschäftsführer, Führungs- und Fachkräfte, die regelmäßig auf Geschäftsreise sind, für einen Sitzplatz mit besonders viel Beinfreiheit mehr Geld bezahlen. Diesen Komfort wissen nicht nur groß gewachsene Menschen zu schätzen. Die Kosten für einen solchen Sitzplatz variieren je nach Fluggesellschaft und Streckendistanz zwischen 25 und 100 Euro. Auch für die Plätze am Notausgang, die automatisch mehr Beinfreiheit garantieren, verlangen die meisten Airlines mittlerweile einen Aufpreis. Zumindest etwas mehr kostenfreie Beinfreiheit bietet der Platz am Gang, dafür müssen Sie allerdings auf die Sicht aus dem Fenster verzichten. Als zweitwichtigste Zusatzleistung wird von den Befragten die Sitzplatzreservierung genannt. 41 Prozent von ihnen sind bereit, hierfür einen Obolus zu zahlen.

WLAN im Flugzeug: So funktioniert’s!

Ebenfalls an zweiter Stelle der beliebtesten Zusatzleistungen auf Geschäftsreise steht der WLAN-Zugang im Flugzeug. Dass dieser besonders wichtig ist, überrascht unterdessen nicht. Denn wer im Flugzeug E-Mails beantwortet und online erreichbar ist, kann die Flugzeit wesentlich effizienter gestalten und einen Großteil seiner Aufgaben an Bord erledigen. Aber wissen Sie eigentlich, wie das funktioniert? In der Regel empfängt das Flugzeug das Internetsignal über eine Außenantenne von einem Satelliten und leitet es mit Hilfe eines Hotspots an die Passagiere weiter. Diese können sich dann ähnlich wie bei einem WLAN-Router zuhause in das Internet einwählen. Der Satellit wiederum übermittelt das Signal an die nächstgelegene Bodenstation, von der es dann an den Empfänger weitergegeben wird. Durch den weiten Weg, den das Signal zurücklegen muss, verringert sich allerdings auch die Geschwindigkeit des Internets an Bord. Den Service, über den Wolken surfen zu können, bieten mittlerweile viele Airlines an, allerdings zu teils sehr hohen Preisen. Häufig können Sie zwischen verschiedenen Tarifen wählen, je nachdem, ob Sie lediglich E-Mails beantworten oder sogar einen Film oder Ihre Lieblingsserie streamen möchten. Bei Lufthansa beispielsweise liegen die Preise auf einer Kurz- oder Mittelstrecke zwischen drei und zwölf Euro. Bei Langstreckenflügen wird es teurer. Andere Fluggesellschaften wie beispielsweise Qatar Airways bieten die erste Viertelstunde kostenfrei an. Einzig Norwegian Air Shuttle erhebt keinerlei Gebühren.

Weniger wichtig: Alkohol, Zusatzgepäck & Imbiss

Überhaupt nicht von Interesse sind für 42 Prozent der Befragten dagegen alkoholische Getränke an Bord als Zusatzleistung auf der Geschäftsreise, gefolgt von Gepäckstücken über 20kg (22 Prozent) und einem Imbiss auf inländischen Flügen (15 Prozent). Dies lässt sich sicherlich auf die Tatsache zurückführen, dass Geschäftsreisende häufig nur mit Handgepäck in den Flieger steigen, was zusätzliche Gepäckstücke überflüssig werden lässt. Außerdem genügt die Verpflegung an vielen Flughäfen mittlerweile hohen Standards, weshalb viele Geschäftsreisende auf einen Imbiss auf Inlandsflügen verzichten können. Diese beiden Leistungen werden daher auch von der Mehrheit der Geschäftsreisenden grundsätzlich als interessant angesehen, sollten allerdings im Standard inkludiert sein, auch wenn sich dadurch der Gesamtpreis erhöhe. Genauso verhält es sich für 60 Prozent der Befragten mit dem Zugang zu Lounges. Auf Interkontinentalflügen wiederum würde mehr als jeder Dritte (36 Prozent) für ein A-la-carte-Menü im Flugzeug zusätzlich bezahlen.